Am 6. März 2026 fand in der Klosterkirche Speinshart die Veranstaltung „Science meets Church – Kirche trifft Wissenschaft: Das Gehirn – Musikalische Erkundungen“ statt. In einem interdisziplinären Format verband der Abend wissenschaftliche Einblicke in die Hirnforschung mit Orgelmusik und visuellen Projektionen. Ziel war es, komplexe Forschungsergebnisse auf sinnliche und zugängliche Weise erfahrbar zu machen und einen Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Spiritualität zu eröffnen.
Die Veranstaltung bildete zugleich den Auftakt einer längerfristigen Kooperation zwischen dem Kloster Speinshart und dem Speinshart Scientific Center for AI and SuperTech, die unter dem Titel „Science meets Church – Kirche trifft Wissenschaft“ künftig den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern möchte.
Den Abend eröffnete Abt em. Hermann Josef Kugler OPraem mit einer Einführung, die den besonderen Ort der Veranstaltung und die Verbindung von geistlicher Tradition und wissenschaftlicher Erkenntnis in den Mittelpunkt stellte. Anschließend führten Prof. Dr.-Ing. Silvia Budday und Prof. Dr.-Ing. habil. Paul Steinmann mit kurzen wissenschaftlichen Impulsen in zentrale Fragestellungen der modernen Hirnforschung ein. Beide sind maßgeblich am Sonderforschungsbereich SFB 1540 „Exploring Brain Mechanics“ (EBM) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt, der sich mit den mechanischen Eigenschaften und Prozessen des Gehirns beschäftigt.
Den musikalischen Rahmen gestaltete Kirchenmusikdirektorin Susanne Hartwich-Düfel an der Orgel. Ihr Programm umfasste Werke von Philip Glass, Arvo Pärt, Johann Sebastian Bach und Sofia Gubaidulina, deren musikalische Ausdruckskraft mit wissenschaftlichen Bildwelten kombiniert wurde. Während der einzelnen Stücke wurden großformatige Projektionen gezeigt, die aktuelle Forschungsergebnisse aus der Neurowissenschaft visualisierten.
So verband etwa eine Animation von Rodins „Der Denker“ philosophische Fragen des Bewusstseins mit modernen MRT-Aufnahmen des Gehirns. Weitere Visualisierungen zeigten unter anderem die embryonale Entwicklung des Gehirns, hochauflösende 3D-Darstellungen der Hirnanatomie, neuronale Netzwerke und Nervenbahnen sowie Messungen von Gehirnaktivität mittels EEG und MEG. Auf diese Weise entstand ein eindrucksvolles Zusammenspiel von Musik, Bild und wissenschaftlicher Erkenntnis.
Die visuelle Umsetzung der wissenschaftlichen Inhalte wurde von den Medienstudios des Instituts für Theater- und Medienwissenschaft der FAU realisiert. Zahlreiche Forschende des Sonderforschungsbereichs EBM steuerten Bildmaterial und wissenschaftliche Beiträge bei, die die Vielfalt aktueller Forschung zur Struktur, Entwicklung und Funktion des Gehirns widerspiegelten.
Die barocke Klosterkirche Speinshart bot mit ihrer Architektur und Akustik einen außergewöhnlichen Rahmen für diese Verbindung von Wissenschaft und Kunst. Das Publikum erlebte einen Abend, der sowohl ästhetisch als auch intellektuell anregte und neue Perspektiven auf eines der komplexesten Organe des menschlichen Körpers eröffnete.
Mit diesem innovativen Format zeigte die Veranstaltung eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Inhalte durch künstlerische Formen vermittelt werden können. Gleichzeitig unterstrich sie das Potenzial interdisziplinärer Zusammenarbeit – zwischen Forschung, Musik und kulturellen Institutionen – um wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
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